Voraus denken - elementar versichern

Ist Ihr Gebäude versicherbar?

Ob ein Gebäude in der Elementarschadenversicherung versicherbar ist, hängt vor allem von dem Hochwasserrisiko seines Standortes ab. Hierzu hat der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) mit Hilfe von Überschwemmungsdaten der Wasserwirtschaftsämter das computergestützte Zonierungssystem ZÜRS (ZÜRS = Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) entwickelt.  Die erste Version von 2001 wurde regelmäßig weiterentwickelt und aktualisiert, so dass heute nahezu jedes Gebäude in Deutschland in eine von vier Gefährdungsklassen (GK) eingestuft ist:

  • GK 4: statistisch häufiger als 1 mal in 10 Jahren ein Hochwasser
  • GK 3: statistisch 1 mal in 10-50 Jahren ein Hochwasser
  • GK 2: statistisch 1 mal in 50-200 Jahren ein Hochwasser
  • GK 1: statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser

Zusätzlich wurde eine Bachzone festgelegt, die sich als Zone von jeweils 100 Metern entlang von kleinen Fließgewässern erstreckt. Liegt ein Haus innerhalb dieser Zone, gibt ZÜRS diese Information zusätzlich zur Gefährdungsklasse an.

In der Zone GK 1 liegen etwa 86 % der Gebäude, in GK 2 etwa 10-12 % der Gebäude. Nur etwa 3 % der Gebäude liegen in den Zonen 3 und 4.

Viele Versicherungsunternehmen haben ZÜRS übernommen und zum Teil eigene Systeme daraus entwickelt. Sie benutzen ZÜRS, um die Kosten einer Elementarschadenversicherung für die einzelnen Gebäude risikogerecht kalkulieren zu können und/oder über die jeweilige Versicherbarkeit hinsichtlich der Überschwemmungsgefährdung zu entscheiden. Um herauszufinden, in welcher Zone sich Ihr Gebäude befindet und ob bzw. zu welchen Konditionen es versicherbar ist, müssen Sie sich an ein Versicherungsunternehmen wenden.

Da ZÜRS lediglich Aussagen zur Überschwemmungsgefährdung infolge Hochwasser (Ausuferung von Gewässern) trifft, lässt sich eine Gefährdung durch die anderen Elementargefahren z.B. Starkregen oder Schneedruck, aus ZÜRS nicht ableiten. Die Risikoprüfung der Versicherungsunternehmen umfasst daher in der Regel auch weitere Faktoren, z.B. ob ein Objekt schon einmal von einem Elementarschaden betroffen war. Auch dies kann entscheidend dafür sein, ob ein Objekt Versicherungsschutz erhält oder nicht - unabhängig davon, in welcher ZÜRS-Zone sich das Objekt befindet.


Beispielkarte Poxdorf des Zonierungssystems ZÜRS

Beispielkarte: Poxdorf (dunkelblau Zone 4, mittelblau Zone 3,
hellblau Zone 2, weiß Zone 1, Bachzone schräg schraffiert)



Warum sind nicht alle Gebäude gegen Hochwasser versicherbar?

Nicht versicherbar sind mittlerweile nur wenige Gebäude in Bayern, weil diese z.B. in unmittelbarer Flussnähe liegen und regelmäßig, d.h. in statistisch sehr kurzen Zeitabschnitten, von Überschwemmungen heimgesucht werden. In Zahlen ausgedrückt heißt das für Bayern:

In Bayern sind mittlerweile ca. 98,5 % der Gebäude mit Standardprodukten versicherbar. Tatsächlich sind aber in Bayern bisher nur rund 10 % der gewerblichen und 17% der privaten versicherbaren Gebäude gegen Elementargefahren versichert. Ein bis zwei Prozent der Gebäude liegen meist in stark Hochwasser gefährdeten Bereichen. Für diese besteht zum Teil durch schadenverhütende Maßnahmen oder erhöhte Selbstbehalte ebenfalls eine Versicherungsmöglichkeit.

In die Kalkulation der Elementarschadenversicherungstarife wird das statistische Risiko der Gefährdungsklasse einbezogen, in der sich das Gebäude befindet. In den klassischen Überschwemmungsgebieten ist das Risiko, von einem Hochwasser betroffen zu sein, so hoch, dass die Tarife für den einzelnen Bürger kaum bezahlbar wären. Würde man für alle Versicherten einen relativ ähnlichen Betrag verlangen und so die Lasten ausgleichen, würden sich verhältnismäßig viele Bürger in den riskanten Gebieten versichern und die Tarife wären ebenfalls für alle unverhältnismäßig teuer. Daher haben sich die Versicherungsunternehmen dafür entschieden, für besonders gefährdete Gebäude keinen Versicherungsschutz oder nur mit hohen Selbstbehalten anzubieten.

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Auf der Plattform "Naturgefahren Bayern" können sich interessierte Bürger und Kommunen zu Hochwasser und Muren, Lawinen und Schneedruck, Trockenheit und Hitze, Unwetter sowie Rutschungen informieren. Der Internetauftritt enthält Hinweise zur Entstehung dieser Naturgefahren, zu allen Informations- und Warndiensten sowie zu Möglichkeiten der Eigenvorsorge.

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